Per Kopfbibliothek zur Schreibstimme

Per Kopfbibliothek zur SchreibstimmeWie man schreibt, hängt vom Leser ab? Da ist sie wieder, die verflixte Zielgruppe (auch wenn der/die Schreibende es selber ist ;-).
Wer Mails/Briefe sendet, kennt in aller Regel den Empfänger. Danach richtet sich der Inhalt, denn der Ton macht bekanntlich die Musik:
Den geschäftsmäßigen Tonfall, den man mit Kunden oder Lieferanten pflegt, wäre im Schreiben an Oma oder Freunde eher fehl am Platz.

Urlaubsgrüße hören sich anders an als Bittbriefe. Dringender Rat unterscheidet sich von flammenden Liebesschwüren.
Die Stimm(lag)e ändert sich. Musikalisch gesagt spielt man mal Country und mal Rock ’n’ Roll, Pop hier, Klassik dort.
Das Publikum wird selten in alle Richtungen mitgehen.

Und woher kommt die Stimme? Von den Texten, die wir schon gelesen/gehört haben. Die nehmen wir als Vorlage für den Text, der entstehend soll.
Die Melodie ist eben gelernt, auch wenn man gar nicht wahrnimmt, dass man beim Lesen etwas lernt.
Die Buchstaben, Worte und Sätze aus einem Buch, das lange schon im Regal steht, leben im Kopf weiter!
Das Prosa-Schreiben nach dieser Melodie geschieht nicht nur unbewusst, da schimmert die Vorlage mehr oder weniger durch, bis hin zur Parodie.

Ist das verständlich? Hoffentlich.
Ist es so weit korrekt? Für mich klingt es gut.
Nützt es beim Schreiben? Hm … mal sehen …

Mit Hyperspace um sich selbst kreisend

Noch immer kreise ich beim Aufbau dieser Site um mich selbst, weil vieles fehlt – vor allem Zeit. Nebenher versuche ich eine Linksammlung aufzubauen, von Sites, die ich unbedingt viel genauer anschauen muss. Angefangen mit phantastischen Magazinen: Phantastisch, Exodus und Nova.

Oder auch der phantastik-couch, die eine nette Aufstellung der Themenkreise der Science Fiction hat.

Zwischendrin enteckt man beim schreiben im Café Guglhupf, dass es eine abenteuerliche Architektur aufweist. Die Decke des Café wurde abgestuft aufgebaut, wie die Unterseite vom Raumschiff ORION.
Cafe Guglhupf als Raumschiff OrionUnd die Bar in der Mitte entspricht dem bei der Landung ausgefahrenem Landelift.

Hab ich zuviel Phantasie oder hat sich der Architekt die Serie zum Vorbild genommen?

Und dann sind dann noch Webseiten von Schreibern und Schreiblehrenden, die ich jetzt mal völlig unsortiert aufliste.
Robert McKee, James N. Frey, H.P. Roentgen, Sylvia Englert und Andreas Eschbach, der u.a das Schriftstellerleben schön demystifiziert.
Also reich wird man mit Schreiben nicht? Hab ich schon befürchtet. Also weiter Lotto spielen …

Lesestoff

Irgendwo ist immer Sommer - Anthologie 2014Über die Jahre habe ich so einige Kurzgeschichten veröffentlicht.
Bei wenigen Werken besteht begrenzte Hoffnung, irgendwie an sie heranzukommen.

Die Liste und die Cover, etwas der Anthologie „Irgendwo ist immer Sommer“ zur Lesung am 3. November, gibt es auf der neuen LESESTOFF-Seite.

Allerlei als eBook

Monaco 2009Tagelang nichts passiert? Da ist Nachholbedarf!

Nachdem das „Stiftländer Allerlei“ schon seit 1. Mai 2009 auf Bookrix online steht, aber nur mit 2 Geschichten bestückt war, habe ich dem eBook heute 4 weitere und ein Cover (fotografiert in Monaco, 2009) spendiert.

Wer also einige ältere und einige neuere, hauptsache Schräge Kurzgeschichten lesen möchte:

  • Dumme Gans
  • Sammler in der Sauna
  • Sehr Stille Nacht
  • Ende einer Schreibblockade
  • Die Elfe im Café
  • Die Raketenbauer von Niederding

Das eBook ist kostenlos ladbar. Kein SF für diesmal, aber das kommt noch irgendwann …
Viel Spaß beim lesen! Und wem es nicht gefällt: Ist ja schnell vorbei … 😉

Ein rauschender Ballabend …

… war das gestern Abend zwar nicht, aber dennoch eine gelungene Lesung vor knapp 40 zahlenden Gästen.
Eine launige Moderatorin kündigte die Kurzgeschichten bzw. Gedichte von einem Dutzend Vereinsmitglieder an, Klaviermusik sorgte für ein wenig Entspannung zwischendurch.

Für die einmal jährlich stattfindende Veranstaltung habe ich am Wochenende noch kräftig geübt. Ich hatte sicher schon einfachere Texte gelesen, aber das Üben hilft doch sehr. Meine Nervosität hielt sich so weit in Grenzen, ja, eigentlich befand ich mich beim Vortragen weitgehend im Flow, also im Text. Nur einmal habe ich kurz meine Füße wahrgenommen, die nicht mehr so heftig zitterten wie in vergangenen Zeiten.

Ein wenig ins schwitzen brachte mich nur die Anlage, denn je nachdem wie ich vor dem Mikro den Kopf wandte, hörte ich mich aus den Boxen mal lauter oder mal gar nicht. War ich jetzt zu weit weg beim sprechen oder jetzt zu nahe dran?
Uff, man darf sich wohl selber nicht zuhören – hinterher meinten alle, der Ton wäre durchweg okay gewesen.

Mit dieser Truppe eine Lesung zu machen ist wunderbar. Ich denke Zuhörer wie Leser sind zufrieden nach Hause gegangen. Gerne öfter 😉

Es schreibt sich, es schreibt sich nicht

Das Wochenende in der Mitte von mindestens zwei »Schreibaseits-Wochen«, die notwendig wurden, weil sich zu viel Außenwelt angesammelt hat, von der KFZ-Schadensregulierung (Stoff für eine Groteske) bis zur Steuererklärung (Real-Groteske). Was beschäftigt mich da?

Zum einen natürlich der Absturz des Space Ship Two, nachdem diese Woche bereits eine Antares-Rakete mit Fracht für die ISS kurz nach dem Start explodierte.
Der Weg ins All ist noch weit und steinig. Das war er immer. Ob ich mal in die Schwerelosigkeit aufbrechen kann (dazu muss es vor allem erschwinglicher sein als heute) ist keine Frage, die mich wirklich beschäftigt. Immerhin, in meinen Gedanken bin ich schon viel weiter, noch viel, viel weiter, hinaus 😉

Dann wäre da: »Wenn du das Schreiben lassen kannst« von Vladimir Sorokin (SZ vom 31.10.):
»Wenn du das Schreiben freiwillig lassen kannst, dann bis du kein Schriftsteller.« Falls die Umkehrung gilt, darf ich mich nun Schriftsteller nennen. Danke!
»Literatur als Schuss aus nächster Nähe! Man blutet die Geschichten heraus … vergisst die Wunde … schaut sich an, was man hervorgebracht …« Wow-Bilder und interessante Gedanken.
»Es schreibt sich nicht« könnte eine meiner Lieblingsredewendungen werden.
Sich beim Schreiben selbst überraschen – ja, das ist einer der wunderbarsten Momente. Dieses Essay ist unbedingt lesenswert!

Bäume Wolken und ein Streifen

Weit mehr beschäftigt mich eine dieser Tage nicht zu Ende geführte Diskussion unter Kollegen über Schreib-Stil und Schreib-Stimme.
Stil ist Kombination aus verschiedenen Komponenten, die der Autor zusammenpackt: Zunächst mal haben wir die Person des Autors und die lesende Zielgruppe (ups, da ist das böse Z-Wort).
Wie weit bringt der Autor sich selbst, also von Emotion bis Erziehung, mit ein, schreibt womöglich nur für sich? Das kann okay sein, sowohl für Schreiber als auch Leser.
Anderseits kann man sich seinen Lesern annähern, ihren Erwartungen und Gefühlen. Irgendwo auf der Wippe zwischen beiden kann man sich anordnen.

Und dann wären da noch Genre und Experimentierfreude:
Das Genre kann Vorgaben machen, etwa was lakonische Spionageromane angeht oder verkitschte Liebesgeschichten (nichts gegen die!).
Auf der anderen Seite kann man experimentieren, indem man mit Konventionen spielt oder schlichtweg die X-te Detektivfigur irgendwie besonders und damit interessant macht.

Aber die große Preis- (um nicht zu sagen: Streit-) Frage ist: Schreibe ich in einem bestimmten Stil oder innerhalb dessen mit einer bestimmten Stimme?
Wobei eine Stimme eben auch unhörbar sein kann, wenn man nichts Neues einbringt …
Und was bringt es einem nun für die eigene Schreibe, das genau zu wissen? Momentan wenig, denn ich habe (*grummel*) keine Zeit. Es schreibt sich nicht.