SF im Ort

msf2015 SaalEs ist endlich mal (wieder) Science Fiction Festival in der Stadt. Und die Presse hat sogar davon Notiz genommen!
3 Tage, von Freitag bis Sonntag, werden zwei Hallen im Münchener „Einstein“ bespielt. Ein Mut der hoffentlich belohnt wird.

msf2015 Ausstellung-kleinJa, es ist SF, aber es gibt keinen Mainstream aus den diversen Stars (Trek/Wars/Gate), dafür trifft Kunst auf Wissenschaft.
Die Bar ist keine Cantina auf Tatooine aber dennoch bunt bevölkert. Neben etlichen Exponaten an den Wänden, hängen hier einige glitzernde, menschliche Hingucker ab. Musik ist natürlich dabei, den Samstag Abend bestritt z.B. 9Volt mit E-Pop.

Über die Tage gab es diverse Highlights wie Slam, Filme, Vorträge, Lesungen und so weiter. Alles rund um SF!
Eine prima Mischung, von der man nur hoffen kann, dass die Rechnung für die Verantalter(in) aufgeht.
In jedem Fall: Mehr davon! Von was? Von allem!

Charakterisierung macht die Szene

Gestern Abend hab ich einer »Jury« die ersten 13 Normseiten des Romanprojektes vorgestellt, das sich eines historischen Stoffes annimmt. Der Einstieg ist weder actionreich noch spannungsgeladen, aber daran hatte ich auch kaum Gedanken verschwendet. Mir ging es mehr um das sprachliche Einfangen der vergangenen Zeiten, was gut ankam.

Charakterisierung macht die SzeneWas nicht soooo gut klappte, war die Charakterisierung des Protagonisten, der in einer »Midlife-Crisis« zu stecken scheint. Das war der Knackpunkt, den ich befürchtet hatte. Der Fehler lag wohl darin, dass ich hier kurzfristig etwas in die bereits bestehenden Szenen einmassiert hatte, weil mir der Protagonist sonst zu blass erschien. Die Lehre daraus: Baue Szenen um die Charakterisierung rüber zu bringen. Wenn du den Charakter änderst, musst du neue Szenen zur Vermittlung (er)finden.

Überraschend gut kamen die Dialoge an. Auf die hatte ich nicht sonderlich geachtet. Offenbar habe ich über die Jahre Handwerkliches gelernt, was auch mal im Automatikflug noch zum Tragen kommt. Die vielen Konfliktfelder rund um den Protagonisten wurden positiv notiert. Nun muss ich mich entscheiden: Weiterhin interessante Stoffe durchprobieren oder doch mal wieder einen Schreibmarathon, sprich Roman, angehen …

Vom Schreiben leben muss ich ja glücklicherweise nicht. Helge Malchow (Verlag Kiepenheuer und Witsch) hat letzte Woche im SZ-Interview erklärt, dass ein Autor von 20000 oder 30000 verkauften Exemplaren eines Buches kaum leben kann, wenn er so ein Werk nur alle 2 Jahre herausbringt. All zu viele Amateur-Kollegen geben sich hier Millionärs-Träumen hin. Vermutlich ist Lottospielen einträglicher. Für einen Selfpublisher sind einige Hundert Downloads schon eine schöne Sache und vierstellige Zahlen bringen auch Bauchkribbeln, wetten? 🙂

Riesenplaneten – gibt es sie?

Die WELT berichtete gestern, dass es Wissenschaftlern gelungen ist, eine Erklärung dafür zu finden, dass die großen Gasplaneten
während ihrer Entstehung sich nicht gemäß Gezeitenkräften in einer Spirale des Todes in die Sonne stürzten.
Demnach hält das den Planeten umgebende Gas ihn auf der Umlaufbahn, da es sich durch Reibung erhitzt.

(Bild vom Saturn; Image Credit: ESO – 31 Jan. 2002; eso0204a)

saturn-250Beim Messen des Sonnen-Spektrums kommen einigen Leute zu dem Schluß, dass dennoch mindestens ein Riesenplanet sich tatsächlich in unsere Sonne sprialisiert hätte. Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte gering sein, da die inneren Planeten dabei wohl rausgekegelt worden wären.
Es waren anno dunnemal soviele Planetesimale unterwegs, dass vermutlich viele von denen in der Sonne gelandet sind. Entweder durch Crashes schon
in der Anfangszeit des Sonnensystems oder zu Zeiten des großen Bombardements, als Jupiter und Saturn sich zofften.

Dennoch ist unser System mit den vier (verbliebenen?) Riesenplaneten auf sehr kreisförmigen Bahnen etwas sehr spezielles.
Bei vielen Sternen findet vor allem das Kepler-Teleskop immer wieder Riesenplaneten, in engen Umlaufbahnen.
Dort gibt es keine Chance für erdähnliche Kollegen, aber es zeigt, dass auch dort nicht jeder Riese komplett abstürzt. Sie leben! 🙂