Gelesen und für gut befunden

Gelesen und für gut befundenFreitag habe ich mal wieder ein Romankapitel vorgelesen. Knapp fünf Seiten, werden so 15 Minuten gewesen sein. Anlass war ein Autorentreff, bei dem jeder alle halbe Jahre Gelegenheit zum Vortrag hat.

In der Mehrzahl fanden die Kollegen den Ausschnitt gut und spannend genug, um weiter zu lesen. Nun müsste ich nur mal wieder ein Projekt fertigstellen, statt immer nur Teile zu haben. Anderseits wären neue Leser/Hörer-Kreise auch interessant. Was geht vor?

Von der Vorarbeit spricht wieder niemand? Am Beginn des Monats hatte ich nur die Idee. Die musste vor zwei Wochen auf Papier gebannt, dann in den Computer übertragen werden. Bearbeiten, bearbeiten. Irgendwann ausdrucken und Heftiges korrigieren. Wieder rein in den Computer damit. Lautes vorlesen und Feinjustieren

Klingt nicht so effektiv? Darum geht es beim Schreiben auch nicht in erster Linie. Oder?

Und die Preise gehen an …

Mittwochabend wurden im obersten Stockwerk des Literaturhaus München vor 200 Hörern Preise verliehen. Sechs Mal die mit je 6000 Euro dotierten Literaturstipendien der Stadt und der Leohnhard-und-Ida-Wolf-Gedächtnispreis für junge Autoren (3000 Euro).

literaturhaus-2015Das sollte für Schreiber eine Pflichtveranstaltung sein. Hier geht es nicht um hochliterarische Texte, sondern um Gegenwartsliteratur ohne Schnörkel. Leicht verständlich, geradeheraus und im besten Falle humorvoll.

Vermutlich haben die meisten Preisträger dasselbe Problem wie viele von uns: Einen Verlag finden, wenn das Werk erst einmal fertig ist. Es hat wie immer nichts mit der Qualität der Texte zu tun, sondern mit Kontakten (wofür ein Preis nicht schlecht ist) und Glück. Insofern allen Autoren die besten Wünsche.

Und nächstes Mal, liebes Kulturreferat, bitte auch dem Übersetzer drei Minuten zum Vorlesen geben 😉

Die Buchmesse ist gelesen

Einige schwören darauf, andere winken ab. Muss man zu einer Buchmesse fahren? Macht es Sinn Verlage abzuklappern, Klinken zu putzen? Haben die Leute dort nicht ohnehin Stress genug? Frankfurter Messe oder lieber Leipzig? Ob es Sinn macht, muss jeder für sich selbst wissen. Mit dem Manuskript unterm Arm hinzufahren darf man nur nicht erwarten, mit einem Verlagsvertrag zurückzukommen.

Was los ist? Selfpublishing ist nicht nur vertreten sondern wird auch dort wachsen, ganz klar. Viele machen sich dennoch wieder nur lustig, wie unbedarft mancher dieser Autoren ist, dass sich wieder einer das Lektorat spart, alberne Titel und allzu leichte Kost oder wie unprofessionell dies oder jenes ist. Bla bla.

Einige wollen es einfach nicht begreifen; sie werden es auf die harte Tour lernen müssen. Selfpublishing kann auch professionell gehen.
Es gibt auf beiden Seiten, Verlagsautoren wie Selbstverlegte, solche und solche. Beispiel: Lesung. Da gibt es auch unter Verlagsautoren genügend, die fade Vorleser sind, herum stopseln und null vorbereitet. Dafür gibt es hochprofessionelle Vorleser unter Selfpublishern. Zeigt deswegen einer mit dem Finger auf Verlagsautoren?

Bei SPON schreibt einer, die Party am Abend sei wichtiger als die Alibiveranstaltung tagsüber. Tja, das gilt für praktisch jede Messe, angefangen bei der CeBit … Dass man nicht hinmuss, ist an einer Messe doch das Tröstlichste, oder? 😉

Herbstzeit, Lesezeit

Alle Jahre wieder: Herbstzeit ist Lesungszeit. Nach der Sommerpause sind die Leute wieder hörbegeistert.

Über 20 Zuhörer kamen Donnerstag Abend, 2. Oktober in die Buchhandlung Bräunling in Puchheim. Wie im Vorjahr gab der VHS-Schreibkurs der Stadt seine Geschichten zum Besten. Dazu waren Gastleser aus München geladen.

Lesung Evy Buchhandlung 2015Wir Gäste durften neben eigene Sachen lesen (meines war „Verloren am Berg“) noch aushelfen für fehlende Kursteilnehmer. Eine der vorlesenden Damen hatte einen Dialog geschrieben, der auch so aufgeführt werden sollte. So sprach ich dann die männliche Rolle und versuchte meiner Stimme den passenden nordischen Zungenschlach mitzugeben.

Weiter geht es demnächst mit der Pegasus-Jahreslesung. Die steigt Montag den 2. November um 19 Uhr, wie immer in der Seidlvilla. Bis dahin bin ich im Training … 😉