Wie man Autoren nervt

Es gibt Fragen, mit denen man als Zuhörer die Stimmung eines Vorleseabends killen kann. Hier einige Beispiele:

AutorIn liest Satire über Kriegsveteran, der die Berliner Luftbrücke mitbaut, vor Kuba den Atomkrieg verhindert, Nixon nach China bringt und Gorbatschow von der Perestroika überzeugt.
Publikumsfrage: Ist das biographisch?
Bonusnerv: Autobiographisch?
Was der Autor antwortet: Wer weiß?
Was der Autor nicht antwortet: Dumpfbacke.

AutorIn liest Krimi, bei dem der Ermittler auf dem platten Land einen Mord aufklärt, sich mit seiner Frau streitet und versöhnt und von Nachbar mal gehasst und mal geliebt wird.
Publikumsfrage: Was ist die Aussage?
Was der Autor antwortet: Das Kleinstadtmilieu ist genauso gefährlich wie das Großstadtleben.
Was der Autor nicht antwortet: Kleinstadt und Großstadt bergen beide intellektuelle Idioten.

AutorIn liest Komödie über eine Zugfahrt nach Italien durch zig Tunnel, gegessen wird Melone, Carpaccio mit Gürkchen und schließlich der Schiefe Turm bestiegen.
Publikumsfrage: Wissen Sie, was das psychologisch über Sie aussagt?
Was der Autor antwortet: Das ich ein Spitzenautor bin?
Was der Autor nicht antwortet: Perverser Kranker!

Ist dieser Beitrag biographisch? Wer weiß. Was ist die Aussage? usw.

Probieren Sie es doch mal bei der nächsten Lesung aus. Der Autor wird sie für solche Fragen liiiieben. Garantiert!