Konfliktlösung a la Hänsel und Gretel

Der Ausgang des im Titel genannten Märchens setze ich mal als bekannt voraus: Eine der Konfliktparteien segnet das Zeitliche.
Das ist zusammen mit dem Fluchtreflex zugegeben die natürlichste aller Lösungen aber für unsere heutige Zeit natürlich nicht tragbar.
Suchen wir mal gesittetere Konfliktlösungsstrategien.

Der Anfang ist klar: Die böse Stiefmutter schafft es, dass Hänsel und Gretel im Wald ausgesetzt werden. Die Beiden suchen ihren Weg und kommen an das Hexenhaus. Die böse alte Hexe lässt Gretel für sich schuften und sperrt Hänsel in den Käfig um ihn zu mästen und später zu essen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen: Die Hexe hat Hunger und befiehlt Gretel nach dem Ofen zu sehen …

Ein Kompromiss als Konflikt-Lösung

Das Feuer ist ziemlich heruntergebrannt, da würde Hänsel nie durchbraten.
Gretel will Zeit gewinnen und erklärt schnips-fix Holz zu holen.
Draußen am Holzstoß liegt der große böse Wolf und ächzt. »Keine Sorge, Rotkäppchen, ich bin soooo voll …«
»Ich bin doch die Gretel …« Sie besinnt sich. »Ach, ja! Rotkäppchen! Und du bist der große böse Wolf.«
Er schaut in diesem Zustand wirklich nicht sehr gefährlich aus. »Du musst jetzt mit reinkommen und die Großmutter auffressen!«
»Oh, je«, jammert der Wolf und sie muss ihn stützen.
Drinnen angekommen erschrickt die Hexe bang-und-graus als sie Gretels Plan durchschaut. Sie steht zitternd vor dem Wolf.
Der klopft sich auf den Bauch. »Also, tut mir leid … aber auf einen Happs bekomme ich dich nicht gefressen!«
»Ja«, nickt die Hexe. »Dann nimm doch die Gretel. Die geht noch rein, oder?«
»Boah!« Der Wolf windet sich. »Leute! Entscheidet euch mal und bitte sprecht nicht dauernd vom Essen!«
»Moment mal!«, ruft Gretel. »Ich mache mich hier nützlich und das ist der Dank? Da drüben sitzt einer faul im Käfig und isst sich fett!«
Hänsel zeigt ihr den Vogel. »Ey, Sista! Hast du Hirnbrand oder was?«
»Klappe!«, ruft sie. »Wir suchen hier einen Kompromiss!«
»Wird das noch was?«, fragt der Wolf keuchend. »Der Jäger liegt mir quer im Magen.«
Hänsel ruft: »Lasst mich mal raus, damit ich seht, dass an mir nicht viel dran ist!«
So geschieht es. Er stellt sich hin, fröhlich-frei.
»Da seht ihr es. Die Gretel aber ist gut beieinander, die Spacke, oder?«
»Hey, Bro! Gehts noch?«
»Klappe! Wir suchen hier einen Kompromiss!«
Der Wolf sinkt zu Boden. »Oh, Mann. Der Jäger hat Großmutters Wein ge-ext. Ich habe bestimmt drei Promille!«
Er schließt die Augen und schnarch-ratz ist er eingeschlafen.
Da schauen sich die anderen Drei an. Hunger haben sie alle.
Die Hexe googelt ein Rezept für Wolf au Vin, dann ist der Tag gerettet.
Doch der Alkohol ist für kleine Kinder nicht!
Im Alkoholrausch der beiden landet die Hexe zum Nachtisch schubs-wupps im Ofen.
Und weil es so schön war, machen die beiden einen Laden für Haschkekse auf und lebten glücklich und inzestuös bis an ihr Lebensende.

Nun, das mit dem Kompromiss ist jetzt hoffentlich klar geworden.
Es scheint nicht optimal, man muss da wohl Vorsicht walten lassen.
Vielleicht fällt mir in der nächsten Schnapslaune eine weitere Alternative ein … 😉