Archiv der Kategorie: Weltraum

Kurzbesuch

Pluto - New Horizons»Philae« zickt und »Dawn« kreiselt sich laaangsam weiter ran. Während auf Tschuri und rund um Ceres die Spannung wochenlang gezogen wird, ist am Pluto und seinen 5 Monden alles binnen Tagen gelaufen. »New Horizons« ist mit 14 Kilometern pro Sekunde an dem Zwerg vorbei gerast und hat ihn ganz nebenbei doch wieder etwas aufgewertet. (Image Credit: NASA/APL/SwRI)

Eine Zeitlang galt Eris schon als größter Plutoid aber mit 2370 km Durchmesser liegt nun wieder Pluto knapp vorne. Einzig die Datenübertragung sorgt weiter für etwas Spannung, denn vieles von den gesammelten Schätzen verharrt wochenlang auf dem Speicher der Sonde. Obwohl bislang alles gut ging, könnte ein verflixtes, verirrtes Staubkorn einschlagen und die Übertragung beenden.

Mal sehen, was »New Horizons« auf seiner langen Reise noch finden wird. Geplanter Aufschlag wie vielleicht bei »Rosetta« auf Tschuri oder ab in die Ewigkeit, wie »Voyager« und »Pioneer« zuvor? Jedenfalls bekommen wir dieses Jahr einige schöne Bildpost zugeschickt.

Allschau

Sieh einer an: Die Ringe des Saturn sind noch für Überraschungen gut. Hauchfeiner Staub zieht sich bis in 10-12 Mio km Entfernung, dorthin wo der Mond Phoebe seine Bahnen zieht. Der läuft weit außen und braucht über anderthalb Erdjahre für eine Saturn-Umrundung. Der Phoebering ist schon länger bekannt aber nun neu vermessen und präsentiert sich deutlich größer als gedacht.

Derweil rückt Dawn näher an Ceres heran. Noch werden Wetten angenommen, aus was der große Weiße Fleck auf dem Zwergplaneten denn nun besteht. Eis, Salz oder doch was ganz anderes? Neugier …

Vom Urknall zum Schweinebraten

Vom Urknall zum Schweinebraten Gestern Abend war wieder Phantasten-Stammtisch, diesmal im Augustiner am Dantebad. Ich war mit meinem Vortrag »Vom Urknall zum Schweinebraten« dran, den ich mir in den letzten Wochen (und Monaten) gebastelt hatte. 16 gut gelaunte Zuhörer waren zugegen und keiner ist eingeschlafen oder weggelaufen 😉

SchweinebratenDer Mix aus eigenen Zeichnungen und zur Verwendung freigegebenen Bildern von ESA bis NASA hat etwa die geplante drei viertel Stunde gedauert. Stimmlich ging es prima, ich hatte nicht mal Heiserkeit oder andere Nachwirkungen (nur vom Bier :-)) Zwei bis drei der vorbereiteten Texte habe ich vergessen (ausgerechnet das Brathähnchen) aber den Rest nur ein Mal durcheinandergebracht.

Will ich wieder einen Vortrag halten? Bei so einem Publikum natürlich gerne. Danke für den Beamer. Auch angeregte Gespräche gab es anschließend.
Jetzt wo das geschafft ist, geht es wieder ans Schreiben? Mal sehen …

Riesenplaneten – gibt es sie?

Die WELT berichtete gestern, dass es Wissenschaftlern gelungen ist, eine Erklärung dafür zu finden, dass die großen Gasplaneten
während ihrer Entstehung sich nicht gemäß Gezeitenkräften in einer Spirale des Todes in die Sonne stürzten.
Demnach hält das den Planeten umgebende Gas ihn auf der Umlaufbahn, da es sich durch Reibung erhitzt.

(Bild vom Saturn; Image Credit: ESO – 31 Jan. 2002; eso0204a)

saturn-250Beim Messen des Sonnen-Spektrums kommen einigen Leute zu dem Schluß, dass dennoch mindestens ein Riesenplanet sich tatsächlich in unsere Sonne sprialisiert hätte. Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte gering sein, da die inneren Planeten dabei wohl rausgekegelt worden wären.
Es waren anno dunnemal soviele Planetesimale unterwegs, dass vermutlich viele von denen in der Sonne gelandet sind. Entweder durch Crashes schon
in der Anfangszeit des Sonnensystems oder zu Zeiten des großen Bombardements, als Jupiter und Saturn sich zofften.

Dennoch ist unser System mit den vier (verbliebenen?) Riesenplaneten auf sehr kreisförmigen Bahnen etwas sehr spezielles.
Bei vielen Sternen findet vor allem das Kepler-Teleskop immer wieder Riesenplaneten, in engen Umlaufbahnen.
Dort gibt es keine Chance für erdähnliche Kollegen, aber es zeigt, dass auch dort nicht jeder Riese komplett abstürzt. Sie leben! 🙂

So viel SoFi

Hier im Gebiet der 2/3-Bedeckung hätte man die (partielle) Sonnenfinsternis glatt verpasst, schließlich bleibt es hell genug um nichts bemerken zu müssen.
Allein die Medien haben einen solchen Rummel gemacht, dass man schon unterirdisch leben muss, um so gar nichts mitzubekommen.

Die Rolläden am Büro haben es mir leicht gemacht. Durch die Befestigungslöcher fallen allmorgendlich mehrere kleinen Sonnenscheiben auf den Tisch und wandern im Laufe des Vormittags von links nach rechts. Gestern gab es statt Scheiben natürlich zeitweise Sicheln.
Arbeit und SoFi parallel – da gibt es nichts zu verpassen 🙂

SoFi mit KaugummipapierEin Kaugummipapier mit kleinen Löchern und ein Blatt Papier reicht aus, um denselben Effekt zu erzielen, ohne in die Sonne gucken zu müssen.
Da grinsen die Sicheln 😉

Enceladus: Wasser ist Leben?

Von Saturn durchgeknetet bewegen den kleinen Mond Enceladus in seinem engen Orbit von nicht einmal anderthalb Tagen gewaltige (Gezeiten-)Kräfte. Unter der dicken Eisschicht an der Oberfläche kann ein riesiger Ozean verborgen sein, aus dem – wie uns Cassini vor 10 Jahren zeigte – immer wieder hunderte Kilometer hohe Wasserfontänen ins All schießen und Saturns E-Ring formen.

Enceladus Querschnitt (NASA/JPL)Image Credit: NASA/JPL

Flüssiges Wasser wäre eine gute Basis für Leben. Organische Verbindungen finden sich schon auf ältesten Asteroiden. Mineralien lösen sich vom porösen Kern des Mondes. Wasser, Wärme, Gezeiten – wenn Leben sich stets bildet, sobald die Bedingungen einigermaßen gut sind, könnten wir Leben auf Enceladus entdecken, noch bevor der Mars mal damit rausrückt. Ein „heißer“ Kandidat ist der Mond allemal, schließlich scheinen dort stellenweise an die 90 Grad zu herrschen.

Finden könnten wir Organisches Material im E-Ring des Saturn oder eben direkt in jenen Fontänen. Die Geysire sind genauso pünktlich wie auf der Erde. Eine Sonde könnte Proben im Vorbeiflug sammeln und auswerten. Es ist gar nicht notwendig komplizierte Landevorgänge durchzuführen. Einfacher geht es kaum.

Wie sieht das Leben dort aus? Wir wissen aus der irdischen Tiefsee, dass da durchaus Mehrzeller denkbar sind. Deswegen müssen da nicht Fische rumschwimmen – augenlos, da ohnehin ewige Finsternis herrscht. Nein, aber eine Art Schwämme vielleicht.
Egal, wir sind auch mit Einzellern zufrieden. Schön wäre es, zumindest mal die kosmische Verwandtschaft zu begrüßen 🙂