Autoren-Zukunft

Mit Poppy J. Anderson wurde gerade die erste Deutsche zur Selfpublishing-Millionärin. Man kann den Trend zum Selfpublishing bedauern oder nicht, umkehren lässt er sich nicht. Außerdem ist er durchaus Reaktion auf die immer geringere Wahrscheinlichkeit, bei einem traditionellen Verlag unterzukommen.

Autoren-ZukunftSchuld sind am Ende natürlich die Leser, weil es zu wenige von ihnen gibt. Die Verlage, die allzu gut überlegen, in welches Projekt sie ihre knappen Ressourcen stecken. Der Markt, in dem sowieso nur große Namen gehypt werden und die Kleinen untergehen. Oder ist es doch nicht so? Ach ja, Amazon ist an allem schuld, natürlich 😉

Als kleiner Autor muss man die Dinge nun nehmen, wie sie sind. Niemand zwingt einen zur Veröffentlichung: Die Schublade ist groß, zur Not tut es auch der Abfalleimer 🙂 Wer es jedoch versuchen will, wenn am Ende kein Verlag anbeißt, kann dank der heute sehr einfachen Selfpublishing-Möglichkeiten, selbst nach Lesern fischen.

Für die Zukunft heißt das: Erstautoren müssen sich mittels Selfpublishing der Öffentlichkeit präsentieren, wie Musik-Bands es auf Youtube tun. Niemand wird gezwungen, das Spiel mitzumachen. Außer … außer der Drang zum Veröffentlichen ist zu groß. Ob mit Verlag oder als Selfpublisher: Glück muss man haben und Qualität bemisst sich nicht an Auflage/Downloadzahlen.

Ohne den Verlags-Lektorats-Filter steht jede »Literaturperle« sofort im Rampenlicht. Und noch ein Trend, der nicht jedem liegt: Der zur Professionalisierung: Es muss ein ordentliches Cover sein, ein mitreißender Klappentext, gutes Lektorat …

Der Autor soll nun für Dienstleistungen bezahlen, die ein Verlag machen würde. Da drängen sich immer mehr Anbieter und wittern Geschäfte. Es ist aber wie früher bei Bezahlverlagen: Autor darf nicht auf jeden Mist reinfallen!

Ein Künstler mag sich nicht mit solch profanen Dingen wie Marketing herumschlagen. Doch die gute alte Zeit ist vorbei, zumindest für die meisten von uns. Das größte Problem ist die Umstellung im Kopf und die unübersichtlichen Möglichkeiten.

Die wenigsten werden Millionäre. Aber vielleicht beißt zumindest ein Verlag an, weil er das Potential sieht (nicht träumen: allein davon wird man nicht reich). Glückwunsch, wer auch immer da durchkommt.