Kein Herbst hier

Kein Herbst hierWir sind schon über der Mitte des Jahres. Im Biergarten stehen endlich wieder Stühle statt der EM-Bierbänke. Die erste Werbung prophezeit einen tollen Herbst. Und was da nicht alles auf uns zu kommt! Ach? Ihr könnt mich kreuzweis! Jetzt ist erst mal Sommer. Der August ist heiß! Das zählt.

Gelegentlich steht eine Lesung an, so wie am »Haderner Stern«, 15. Juli. Ansonsten ist es staad. Alle Texte für Veröffentlichungen sind geschrieben, eingereicht und abgenommen. Die Publikation erfolgt irgendwann im Herbst. Bis dahin hab ich meine Ruhe. Das ist das Angenehme, wenn man vom Geschriebenen nicht Leben muss.

Okay, ein paar Projekte gehen mir schon durch den Kopf. Ob man im Biergarten sitzt oder auf dem Balkon. So ein Schreiber hat ja nie wirklich Ruhe vor seinen Gedanken. Egal, ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter. Dauernd will etwas geschrieben sein. Und wenn es nur eine Handvoll Blogtext ist.

Habe gehört, Liam Gallagher von »Oasis« meint, die wahre Kunst erschaffe ein Songwriter in seinen zwanziger Jahren: Frust und Träume und Kraft. Hat er recht? Ob das auch für Autoren gilt? Weiß nicht. Frust und Träume hab ich – wie wohl viele im Alter – noch genug übrig. Aber Kraft? Frusten wir uns lieber im Herbst … nicht wenn Sonne und Wärme sind.