Per Kopfbibliothek zur Schreibstimme

Per Kopfbibliothek zur SchreibstimmeWie man schreibt, hängt vom Leser ab? Da ist sie wieder, die verflixte Zielgruppe (auch wenn der/die Schreibende es selber ist ;-).
Wer Mails/Briefe sendet, kennt in aller Regel den Empfänger. Danach richtet sich der Inhalt, denn der Ton macht bekanntlich die Musik:
Den geschäftsmäßigen Tonfall, den man mit Kunden oder Lieferanten pflegt, wäre im Schreiben an Oma oder Freunde eher fehl am Platz.

Urlaubsgrüße hören sich anders an als Bittbriefe. Dringender Rat unterscheidet sich von flammenden Liebesschwüren.
Die Stimm(lag)e ändert sich. Musikalisch gesagt spielt man mal Country und mal Rock ’n’ Roll, Pop hier, Klassik dort.
Das Publikum wird selten in alle Richtungen mitgehen.

Und woher kommt die Stimme? Von den Texten, die wir schon gelesen/gehört haben. Die nehmen wir als Vorlage für den Text, der entstehend soll.
Die Melodie ist eben gelernt, auch wenn man gar nicht wahrnimmt, dass man beim Lesen etwas lernt.
Die Buchstaben, Worte und Sätze aus einem Buch, das lange schon im Regal steht, leben im Kopf weiter!
Das Prosa-Schreiben nach dieser Melodie geschieht nicht nur unbewusst, da schimmert die Vorlage mehr oder weniger durch, bis hin zur Parodie.

Ist das verständlich? Hoffentlich.
Ist es so weit korrekt? Für mich klingt es gut.
Nützt es beim Schreiben? Hm … mal sehen …