Von Lektoren und Lesern

Von Lektoren und LesernEinen interessanten Text zum Thema „Von Beruf Lektor“ gab es beim Spiegel: Der Lektor (die Lektorin?) ist erschüttert, wie viel Energie Autoren für Mittelmäßiges investieren. Nun ja, für seinen Verlag eine Grenze zu ziehen ist sein Job. Das die damit nicht immer richtig liegen kennt man ja von Autoren, die nach 100 Ablehnungen ihren Bestseller eben woanders unterbrachten. Verlagsbücher sind jedoch auch nicht perfekt und vielleicht läse mancher Leser zwischendurch gerne etwas „mittelmäßiges“, wenn es nur neu und frisch zubereitet ist?

Literaturagenturen als Filter sind sehr bequem für unseren Lektor. Agenturen machen aber nichts anderes als das, was der Lektor für den Verlag macht. Also, bitte! Und wie findet man Perlen? Nur dort wo andere schon Preise vergeben haben, auf Festivals, Poetry Slams, usw. Immerhin Schreibwerkstätten lässt der Mann gelten, geht aber nichts ins Detail. Wer also immer nur als zweiter ins Ziel kommt zählt wieder mal nicht viel. Nicht-Sieger Schreiber können nur hoffen, dass es nicht schon eine Voreingenommenheit gegen ihre Einsendung beim Verlag gibt …

Kein Problem, dass Verlage nun einmal Wirtschaftsunternehmen sind und nicht alles veröffentlichen können. Sie müssen sich auf einen Teil beschränken und solange sie damit Gewinn machen, haben sie wohl nicht alles falsch gemacht. Außer mein Buch nicht veröffentlicht zu haben, dass ist eindeutig ein Fehler … 😉

Die FAZ nimmt die seltsame Lage im Literaturbetrieb aufs Korn: Schreiber sind mehrheitlich Männer, Leser mehrheitlich weiblich. So weit, so bekannt, bei Kinofilmen oder den schönen Künsten von Maler bis Bildhauer in Museen ist es aber auch nicht anders. In der Bahn ist das täglich zu beobachten: die LeserInnen mit dem kleinen Buch oder Kindle und die Schreiber (-innen praktisch nie) mit breitem Laptop auf den Knien.

Und den alten Spruch für Frauen „Es gibt nichts Besseres, als mit einem guten Buch ins Bett zu gehen – oder einem Freund, der eines gelesen hat.“ möchte ich mal bitte ergänzen: „Oder mit dem Autor, der eines geschrieben hat“ 😉