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36 Grad, und es wird noch heißer!

Flug 714 nach Sydney - Herge CarlsenWir befinden uns direkt am Höhepunkt der Tim-und-Struppi Geschichte »Flug 714 nach Sydney«, Seite 59 unten rechts. Das Schlauchboot mit den noch in Hypnose dämmernden Helden treibt in ostasiatischen Gewässern auf eine Insel zu. Dort ist ein Vulkan ausgebrochen und glühend heiße Lava ergießt sich ins Meer.
Was passiert nun? Wir alle können es uns ganz einfach vorstellen. Etwa so:

Struppis Bellen weckt Tim und der erkennt die drohende Gefahr. Wenn Sie den Kurs nicht ändern, werden Sie alle gekocht, wie die Krebse! Schnell weckt Tim seine fünf Schicksalsgefährten, die mit ihm im Schlauchboot sitzen: Kapitän Haddock, Pilot Pjotr Klap, Professor Bienlein, Steward Gino und Milliardär Carreidas.
Tim schnappt sich eines der vier Ruder und ruft: »Alle mithelfen. Nur dann haben wir eine Chance gegen die Strömung. Schnell! Schnell!«

Flug 714 nach Sydney (Figuren aus Kunstharz, 2018)
Diorama mit Szene aus dem Album

Pilot Klap, direkt neben ihm, geht ans Ruder. Gino, der ein Leben lang stets sein Wohl hinter das der Gäste stellte, legt sich ebenfalls ins Zeug. »Mamma mia!«
Als er merkt, dass der Milliardär Carreidas neben ihm regungslos sitzen bleibt, ruft er: »Los, Signor Commendatore! Helfen Sie! Helfen Sie!«
Er muss husten. Dort, wo die Lava das Meer zum Kochen bringt, entstehen Dampfschwaden, die herüberwehen.

Das Schlauchboot reitet wild über die Wellen. Gischt spritzt hoch. Der Milliardär wird nass. »Rudern? Ohne meinen Hut? Niemals!« Carreidas wischt sich über das Gesicht. »Es muss andere Wege geben, als zu rudern. Ich habe genug Geld. Lassen Sie sich was einfallen.«
Gino hält inne. »Wenn Sie nicht rudern, hat es keinen Zweck.« Da kommt ihm eine Idee. »Oder wir werfen Sie über Bord, um es uns leichter zu machen. Hören Sie! Rudern! Avanti!«

Flug 714 nach Sydney Hörspiel - Herge Europa
Hörspiel Cover

Ein pyroklastischer Strom raste die Flanke des Vulkans hinab. Tim und die Anderen können nur hoffen, dass die tödlichen Gase sie nicht erreichen werden. Carreidas lacht. »Sie sind verrückt, Gino! Man wirft zuerst die Habenichtse über Bord. Und jetzt paddeln Sie, dann bleiben mir ein paar Minuten länger Zeit, darüber nachzusinnen, wie ich noch reicher werde.«

Mehrere große Brocken schlagen neben dem Schlauchboot ins Meer. Wasser ergießt sich über das kleine Fahrzeug. Kapitän Haddock schwenkt eine Flasche Alkohol, die er im Bootsproviant gefunden hat. »Vergesst das Wasser, Freunde, lasst uns feiern! *Hicks* Verbringen wir die Zeit, die uns bleibt fröhlich und ohne Streit!«

Die Hitze der nahen Lava wird spürbar. Tim und Klap schwitzen und rudern wie die Weltmeister, doch es sieht schlecht aus. Der Professor holt sein Pendel heraus. »Halten Sie das Boot ruhig. Lassen Sie mich nachdenken! Es muss eine wissenschaftliche Lösung des Problems geben.«
»Irgendwo im Westen!«, ruft der Kapitän und prostete mit der Flasche in die Runde.

Klar, so muss es gewesen sein. Wie? So hätte es sich niemals zugetragen?
Vermutlich nicht. Angesichts der drohenden Gefahr hätte jeder sofort gehandelt und mitgeholfen. Klar. An die Ruder und los! Wie im richtigen Leben … Wie im richtigen Leben, im Ernst?

Vielleicht ist die Klimakatastrophe einfach zu langsam für sofortiges Handeln? Zu kompliziert (nach links rudern, nach rechts, pusten gegen die Lava)?
Die Katastrophe kocht uns nicht sofort gar, sondern allmählich weich. Daran sollten wir uns nicht gewöhnen! Noch können wir etwas tun.
An die Ruder und los! Erstes Ziel: Zeichen setzen und wählen gehen am 26. September!

[Flug 714 nach Sydney – Hergé/Moulinsart, dt. beim Carlsen Verlag]

Rogue One – Nicht genug Schurken in diesem Leben

Was soll man so viele Jahre nach Erscheinen des Films ROGUE ONE denn dazu sagen? Nichts wichtiges, natürlich. Aber durchaus auch positives. Vielleicht:

  • Das einige erfrischend neue Gesichter keinen weiteren Auftritt hinlegen werden?
  • Selbst der unvermeidliche Roboter mal nicht niedlich ist?
  • Streitende Rebellen keine ansatzweise klare Führungsstruktur haben?

Lauter Verneinungen – das kann ja heiter werden.

Rogue One - A Star Wars StoryWenn »A Star Wars Story« draufsteht, muss auch drin sein, was nach Meinung der Produzenten wohl einen Star Wars Film ausmacht:
Die unvermeidliche (Halb)Waise, Abschied beim sterbenden Vater, die Stadt in der Wüstenei, die Hologramm-Botschaft als Stimme der Vergangenheit, eine Raumschlacht, die Rebellen mit den kleinen Bord-Laser-MGs und ohne Kanonen auf großen Schiffen, ein hoher Turm in dem runtergefallen wird, ein von Schildgenerator geschützter umkämpfter Himmelskörper …
Diese Einfallslosigkeit nervt. Schaut euch mal EMPIRE an!

Das Wohltuendste ist, dass es keine Macht-Spielchen gibt oder sie zumindest auf ein sehr geringes Mass heruntergeschraubt wurden. Danke dafür.
Der blinde Kampfkunstmeister ist natürlich ein Klischee, aber schon wegen der guten alten TV-Serie KUNG FU wird man gerne Nachsicht üben.
Wir alle wissen was am Ende kommen wird, kommen muss, kennen den Schluss schon kilometerweit voraus: Das Schiff rammt den Eisberg und … Falscher Film. Egal. Das bei aller Action so gar keine Spannung aufkommt, erklärt WALDSCHEIDT mit der fehlenden Identifikation.

Wir haben akzeptiert, dass auf Raumschiffen eine mysteriöse Schwerkraft die Leute am Boden hält. Planeten fliegt man in kleinen Transportschiffen an, aber nie, nie in den riesigen Raumstationsartigen Schiffen. Hier schwebt direkt über der Stadt, in der Atmosphäre, ein Sternenzerstörer, der voll der Gravitationswirkung des Planeten unterliegt. Puh!

Das übelste »Geschenk« wird der Prinzessin der Herzen gemacht. Im allerersten Film schien es noch Leias ureigenste (verzweifelte) Idee, R2 zu Obi Wan zu schicken, der völlig vergessen auf Tatooine haust. Hier jedoch kennen die Rebellen den alten Mann nicht nur, sondern unterhalten sich darüber, ihn zu »reaktivieren«. Ach, so?
Ja, Herrschaft, wenn Herr Skywalker am Ende von Teil 8 schon »per Macht« über Lichtjahre hinweg eine kampfbereite Manifestation hinbekommt, warum hat keiner dieser überlebenden Jedi je diese Technik gegen den Imperator nutzen lassen? Oder bei einer Geheimmission. Sowas wie Pläne des Todessterns zu klauen? Weil diese Manifestation erst mit Teil 8 erfunden wurde. Ach, so.

Zurück zu Leia. Wir erinnern uns: Vader war sich seiner Sache 1977 nicht hundertprozentig sicher, als er den Plänen hinterherjagte. Sein Sternenzerstörer hätte das Diplomatenschiff der Prinzessin einfach wegpusten können. Das Risiko, dass sie die Pläne weitergab, war groß.
Er wusste von einer Übertragung, wollte mal ein Exempel statuieren. Doch ganz so einfach war es nicht. Der Imperator hatte noch den »Rat« am Hals, das Imperium konnte sich nicht alles erlauben (also sowas wie Planeten mit einem Todesstern verwüsten beispielsweise).
In ROGUE ONE aber flieht die Prinzessin direkt aus der Schlacht. Jeder kann sich ausrechnen, zu wem wie hält. Sie gehört dazu! Keine Fragen offen.
Es ist nicht irgendein Geheimwissen, dass Leia von ihrem Vater erhalten hatte. Nein, jeder kennt offenbar die Postadresse des alten Jedis. Müsst ihr alles madig machen?

Eingabe-Terminals im Freien ganz oben am Turm. Echt jetzt? Oh, Mann.
Popkornkrawallkino ohne Überraschungen. Freilich, freilich, könnte schlechter sein.
Ach, ja: Eine Datenleitung per Kabel legen. So was von zwanzigstes Jahrhundert …

Die Elefanten-Patrouille kehrt zurück

Es war einmal eine Herde Elefanten, die wollte sehen, wie die Welt außerhalb ihres Biosphärenreservates aussieht.

WWF - China: Wanderne Elefanten
WWF – China: Wanderne Elefanten

Von einem abgelegenen Schutzgebiet im Südwesten Chinas ging die Reise der geschützten Tiere in menschliche Siedlungsgebiete. Diverse Felder mit Zuckerrohr oder Mais ernährten die Elefanten zwar gut, doch die Bauern waren weniger glücklich über diese Besucher.
Die monatelange Wanderung über mehr als tausend Kilometer führte die Tiere zwar nicht wie befürchtet in große Siedlungen, aber das hätte auch schief gehen können.

Die Zigarren des Pharaos - Herge Moulinsart - Carlsen VerlagWäre gut, man könnte sich wie weiland Tim 1933 in »Die Zigarren des Pharaos« mit wilden Elefanten verständigen, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Warum hat Hergé diesen märchenartigen Moment bei der Bearbeitung Mitte der 1950er nicht entfernt oder stark verändert, so wie andere Sequenzen der Geschichte? Vermutlich war es der witzige Einfall mit der Elefanten-Dusche, den er behalten wollte.

Die Menschen und erst recht die Elefanten können froh sein, dass es auf der Wanderung neben hunderten kleineren zu keinen schwerwiegenden Begegnungen kam. Mittlerweile jedenfalls ist die Herde auf dem Rückweg und hat dabei als wichtige Etappe den Fluss Yuanjiang auf einer Brücke überquert.
Besser so. In Tims Abenteuer leerte ein Elefant gar die Trinkgläser der Menschen (37C3), und das würde allen Beteiligten sicher nicht bekommen.
Alles Gute, ihr Dickhäuter!

Link: https://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/elefanten/asiatische-elefanten/china-wandernde-elefanten

1,5 Grad – Durch die Wüste? Nicht mit uns!

1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Das klingt nach wenig. Leider genügt es, von einem vergleichsweise ruhigen Wettergeschehen, in den Bereich häufig auftretender Wetterextreme zu kommen. Nicht die durchschnittlichen Sommer- oder Wintertemperaturen werden sich um 1,5 Grad ändern, sondern die Unberechenbarkeit des Wetters steigt um den Faktor X.

Die Krabbe mit den goldenen Scheren - Herge CarlsenDas ist kein Spaß! So wie Tim und Struppi von einem Moment zum Anderen aus einem Gewittersturm (Die Krabbe mit den goldenen Scheren, Seite 25) in die Hitze der Sahara geraten (Krabbe, S. 26), so wird es sich anfühlen.
Dieser Sommer 2021 mit seinem Wechsel von kühlen und heißen Tagen in Mitteleuropa ist ein kleiner Vorgeschmack. Starkregen hatten wir schon, bald wird es wieder um Dürre gehen. Das laugt die Leute aus, drückt sie nieder. Schau, wie es Kapitän Haddock ergeht. Er fällt ins Delirium (30B3), läuft fast ins Verderben (31B3 f.) oder bringt Verderben über andere (30C3 f.).

Die Hitze ist unerbittlich. Was könnten wir tun? Klimaanlagen? Ernsthaft? Wo soll die Energie für Millionen Klimaanlagen herkommen? Aus noch mehr Kohlekraftwerken?
Einfach reinstolpern in die Sahara und dann stur durch, oder? Keine gute Idee! Wir sollten etwas ändern, denn allmähliche Wetterübergänge und seltene, starke Hitze- oder Kälte-Ereignisse sind bald Vergangenheit. Der Weltklimarat sagt, dass wir in zehn Jahren vermutlich schon bei diesen 1,5 Grad angelangt sind und noch härter kämpfen müssten, um das 2 Grad Ziel einzuhalten.

Die Statistik ist eindeutig. Die Unsicherheiten in den Klimamodellen sind deutlich kleiner geworden. Wir werden etwas tun müssen! Gute Nachricht: Wir können etwas tun. Selbst, natürlich, beim Fahren und Reisen, beim Stromanbieter etc. Und am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Gut überlegen, wen man da wählt: Mehr Klimaneutralität wagen! Ein Zeichen für die Nachbarn in Europa und die Freunde in der Welt.

Tim und Struppi straucheln mit ihrem neuen Kumpel Kapitän Haddock durch den Sand der unendlichen Wüste (S.29). Verdammte Hitze! Kein Wasser! Rettung nicht in Sicht. Aber Tim gibt die Hoffnung nicht auf. Wir dürfen das auch nicht. Tu etwas, geh wählen, sprich mit deinen Leuten!
Zeit, dass sich was ändert. Die Zukunft steht schon vor der Tür.
Ich möchte noch erleben, dass sich die Maßnahmen positiv auswirken und wir den Trend umkehren, Hagel und Granaten!

[Die Krabbe mit den goldenen Scheren – Hergé/Moulinsart, Carlsen.
Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Erwärmung ]

Epomeo – Von Zigarren zur Alpha-Kunst

Liest man Texte im Original, kann sich praktisch nichts daran verändern, außer einfachen sprachlichen Anpassungen an die Moderne. Liest man Übersetzungen der Texte, können die sich von Ausgabe zu Ausgabe ändern. Bei Tim und Struppi ist beides möglich, denn der Autor Hergé hat seine Werke ständig überarbeitet.

Ischia
Ischia – 2013 von „File Upload Bot (Magnus Manske)“

Gleich zu Anfang des Abenteuers »Die Zigarren des Pharaos« (Les cigares du Pharaon) steht Tim an der Reling eines Kreuzfahrtschiffes. Er spricht vom weiteren Reiseweg und dazu gibt es ein Panel (1C3) mit dem passenden Ausschnitt einer Weltkarte.

Eine Karte gibt es in der schwarz-weißen Originalversion vom Dezember 1932 nicht. Tim spricht von Suez, Aden, Bombay, Colombo, Singapur, Hongkong und Shanghai.
Das stimmt mit der farbig umgearbeiteten ersten französischen Album-Version von 1955 überein und die Karte dort zeigt genau diesen Reise-Abschnitt, also vor allem Asien, wobei die Route per Pfeil eingezeichnet wurde.

Natürlich finden wir denselben Text in der Fassung von Mitte 1976, die im Magazin TINTIN abgedruckt worden war. Nur die Karte zeigt nun das Mittelmeer und die Pfeile gehen nach Tanger und von dort über Algier, Tunis, Tripolis, Port Said, Istanbul, Piräus/Athen, Neapel, Marseille bis es über Gibraltar wieder hinaus geht. Nanu? Das passt nicht zusammen.

Die Zigarren des PharaosIn der ersten deutschen Album-Fassung (1972/85) findet sich die Mittelmeer-Karte und Tim erzählt uns von der dazu passenden Route über Port Said, Istanbul, Piräus usw. Auch die Engländer (1973-95) konnten genau das lesen und sehen.
In der Carlsen Werksausgabe von 1999 sowie der Farb-Faksimile-Edition wechselt das Ganze zurück zur Asien-Karte und Tim plaudert wie selbstverständlich wieder von Aden, Bombay, Singapur usw.
Wenn die Texter nicht mitmachen würden, gäbe es ein schönes Durcheinander, dass der Künstler uns Lesern da beschert hat.

Wer nun den in der Überschrift genannten Weg von Zigarren zur Alpha-Kunst gehen will, hat den Hinweis vermutlich schon gefunden. Ansonsten bitte die Szene nochmal genauer anschauen. Den Rettungsring mit dem Schiffsnamen gibt es erst seit 1955: »Epomeo«.
In der deutschen Albumfassung (und auch der englischen) wurde das Schiff in »Isis« umbenannt. Die ägyptische Gottheit passt zwar zu Pyramiden und Pharao Kih-Oskh. Doch diese Änderung unterschlägt die Liebe Hergés zur Insel Ischia und die ist der Schlüssel.

Ischia ist die größte Insel im Golf von Neapel (Italien) und die schöne Stadt liegt nicht umsonst auf Tims Mittelmeer-Reiseroute! Die höchste Erhebung der Insel ist der Monte Epomeo mit 789m. Und wohin reisen Tim und Struppi im unvollendeten »Tim und die Alpha-Kunst«? Nach Ischia.
Da haben wir es: Epomeo – Von Zigarren zur Alpha-Kunst!

[ Bild: Ischia vom Epomeo Gipfel https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ischia_view_from_Epomeo_peak_(3858885514).jpg ] Spätere Ergänzung: Anmerkung zur Farb-Faksimile-Edition, in der gar kein Schiffname mehr steht!?

 

Fürsten-Suite kann jeder

Wenn ein Tim und Struppi-Fan schon nach Brüssel reist, kann er seit Juni 2021 standesgemäß im Hotel AMIGO wohnen.

Tintin Suite im Hotel Amigo Brüssel
Dort entstand in Zusammenarbeit mit Moulinsart und dem Hergé-Museum eine Tintin Signature Suite. Es gibt allerlei Hotelzimmer mit kreativer Dekoration, aber nur hier gibt es u.a. Bettwäsche, Artwork, Comics, Malbücher. Und Struppi bewacht den Raum. Mehr:
https://www.roccofortehotels.com/de/hotels-and-resorts/…

SF-SERIE »ORBIT HOSPITAL«, TEIL 12: DOUBLE CONTACT

Ganz zum Schluss publizierte James White ein Buch nach dem anderen. Der wirklich letzte Band des SECTOR GENERAL Zyklus erschien im Jahr seines Todes 1999. Neue Storystrukturen vom Autor und neue Einsichten über altbekannte Charaktere. Das Buch gibts nur im Original – keine Übersetzung erhältlich.

Los geht es in einer völlig fremden Welt und einem Pärchen, das ins All aufbricht um eine neue Welt für ihre Spezies zu suchen. Dann gehts los mit der Haupthandlung, diesmal aus Perspektive von Doktor Prilicla als Chefarzt an Bord der Rhabwar. Man kennt ihn seit Band 2 und neben O’Mara, Murchison und Conway ist er die Viertwichtigste Figur. Ausgerechnet das zerbrechliche Insekt erweist sich als tolle Wahl, neue Einsichten über ihn zu gewinnen.

Ein Notfall führt zum Nächsten. Ein Rettungsschiff wird durch die aktive Verteidigung eines Alien-Schiffes außer Gefecht gesetzt und stürzt ab. Der Planet wird von spinnenähnlichen Wesen bewohnt, die noch mit Pfeil und Bogen unterwegs sind. Natürlich geht es nicht darum, was die den Helfern tun, sondern was die Helfer ihnen und ihrer Kultur antun.

Außerdem ist da noch die spannende Untersuchung des Alien-Schiffes. Prilicla muss sich mehrfach durchsetzen. In der Mitte des Romans wird sogar Murchison für einige Kapitel zur Perspektivfigur. So als hätte der Autor gewusst, dass es höchste Zeit ist, es seinen Hauptfiguren zu gönnen. Nicht perfekt aber dennoch Top-Hospital-Unterhaltung.
Helfer konsequent ohne Waffen. Lies das!

SF-SERIE VALERIAN & VERONIQUE« – DAS MONSTER IN DER METRO

Nach seltsam »Trügerischen Welten« unterzieht sich Valerian auf der »Insel der Kinder« diversen Prüfungen um die Zukunft des Planeten Simian zu sichern. Ganz interessant das unterschiedliche Vorgehen der Mitstreiter zu verfolgen. Dass es für Valerian nur gut ausgehen kann, ist etwas vorhersehbar aber unterhaltsam.

Direkt im Anschluss geht es mal wieder weniger durch den Raum als durch die Zeit um »Das Monster in der Metro« dort zu entfernen, wo es nicht hingehört. Genaugenommen sind wir in den 1980er Jahren, in denen sich das Agentenduo auch künftig sehr wohl fühlen wird. Tatsächlich aber sind die beiden durch Raum und Zeit getrennt.

Valerian ballert auf diverse Monster in der Pariser Metro und in Sümpfen auf dem Land, unterstützt durch einen Verbindungsmann. Veronique dagegen kreist irgendwo in der Zukunft durchs All, trifft wie gewöhnlich seltsamste Wesen und ermittelt, woher die Monster kommen.

Das große Problem: Das Abenteuer ist ein Zweiteiler und die Fortsetzung »Endstation Brooklyn« hält das Niveau nicht ganz so hoch. Dennoch ordentlich und auf weit höherem Niveau als alles was da noch kommen sollte. Also genießen, statt murren und schon mal darauf vorbereitet sein, dass es so schön nie wieder sein wird.