Allerlei als eBook

Monaco 2009Tagelang nichts passiert? Da ist Nachholbedarf!

Nachdem das „Stiftländer Allerlei“ schon seit 1. Mai 2009 auf Bookrix online steht, aber nur mit 2 Geschichten bestückt war, habe ich dem eBook heute 4 weitere und ein Cover (fotografiert in Monaco, 2009) spendiert.

Wer also einige ältere und einige neuere, hauptsache Schräge Kurzgeschichten lesen möchte:

  • Dumme Gans
  • Sammler in der Sauna
  • Sehr Stille Nacht
  • Ende einer Schreibblockade
  • Die Elfe im Café
  • Die Raketenbauer von Niederding

Das eBook ist kostenlos ladbar. Kein SF für diesmal, aber das kommt noch irgendwann …
Viel Spaß beim lesen! Und wem es nicht gefällt: Ist ja schnell vorbei … 😉

Ein rauschender Ballabend …

… war das gestern Abend zwar nicht, aber dennoch eine gelungene Lesung vor knapp 40 zahlenden Gästen.
Eine launige Moderatorin kündigte die Kurzgeschichten bzw. Gedichte von einem Dutzend Vereinsmitglieder an, Klaviermusik sorgte für ein wenig Entspannung zwischendurch.

Für die einmal jährlich stattfindende Veranstaltung habe ich am Wochenende noch kräftig geübt. Ich hatte sicher schon einfachere Texte gelesen, aber das Üben hilft doch sehr. Meine Nervosität hielt sich so weit in Grenzen, ja, eigentlich befand ich mich beim Vortragen weitgehend im Flow, also im Text. Nur einmal habe ich kurz meine Füße wahrgenommen, die nicht mehr so heftig zitterten wie in vergangenen Zeiten.

Ein wenig ins schwitzen brachte mich nur die Anlage, denn je nachdem wie ich vor dem Mikro den Kopf wandte, hörte ich mich aus den Boxen mal lauter oder mal gar nicht. War ich jetzt zu weit weg beim sprechen oder jetzt zu nahe dran?
Uff, man darf sich wohl selber nicht zuhören – hinterher meinten alle, der Ton wäre durchweg okay gewesen.

Mit dieser Truppe eine Lesung zu machen ist wunderbar. Ich denke Zuhörer wie Leser sind zufrieden nach Hause gegangen. Gerne öfter 😉

Es schreibt sich, es schreibt sich nicht

Das Wochenende in der Mitte von mindestens zwei »Schreibaseits-Wochen«, die notwendig wurden, weil sich zu viel Außenwelt angesammelt hat, von der KFZ-Schadensregulierung (Stoff für eine Groteske) bis zur Steuererklärung (Real-Groteske). Was beschäftigt mich da?

Zum einen natürlich der Absturz des Space Ship Two, nachdem diese Woche bereits eine Antares-Rakete mit Fracht für die ISS kurz nach dem Start explodierte.
Der Weg ins All ist noch weit und steinig. Das war er immer. Ob ich mal in die Schwerelosigkeit aufbrechen kann (dazu muss es vor allem erschwinglicher sein als heute) ist keine Frage, die mich wirklich beschäftigt. Immerhin, in meinen Gedanken bin ich schon viel weiter, noch viel, viel weiter, hinaus 😉

Dann wäre da: »Wenn du das Schreiben lassen kannst« von Vladimir Sorokin (SZ vom 31.10.):
»Wenn du das Schreiben freiwillig lassen kannst, dann bis du kein Schriftsteller.« Falls die Umkehrung gilt, darf ich mich nun Schriftsteller nennen. Danke!
»Literatur als Schuss aus nächster Nähe! Man blutet die Geschichten heraus … vergisst die Wunde … schaut sich an, was man hervorgebracht …« Wow-Bilder und interessante Gedanken.
»Es schreibt sich nicht« könnte eine meiner Lieblingsredewendungen werden.
Sich beim Schreiben selbst überraschen – ja, das ist einer der wunderbarsten Momente. Dieses Essay ist unbedingt lesenswert!

Bäume Wolken und ein Streifen

Weit mehr beschäftigt mich eine dieser Tage nicht zu Ende geführte Diskussion unter Kollegen über Schreib-Stil und Schreib-Stimme.
Stil ist Kombination aus verschiedenen Komponenten, die der Autor zusammenpackt: Zunächst mal haben wir die Person des Autors und die lesende Zielgruppe (ups, da ist das böse Z-Wort).
Wie weit bringt der Autor sich selbst, also von Emotion bis Erziehung, mit ein, schreibt womöglich nur für sich? Das kann okay sein, sowohl für Schreiber als auch Leser.
Anderseits kann man sich seinen Lesern annähern, ihren Erwartungen und Gefühlen. Irgendwo auf der Wippe zwischen beiden kann man sich anordnen.

Und dann wären da noch Genre und Experimentierfreude:
Das Genre kann Vorgaben machen, etwa was lakonische Spionageromane angeht oder verkitschte Liebesgeschichten (nichts gegen die!).
Auf der anderen Seite kann man experimentieren, indem man mit Konventionen spielt oder schlichtweg die X-te Detektivfigur irgendwie besonders und damit interessant macht.

Aber die große Preis- (um nicht zu sagen: Streit-) Frage ist: Schreibe ich in einem bestimmten Stil oder innerhalb dessen mit einer bestimmten Stimme?
Wobei eine Stimme eben auch unhörbar sein kann, wenn man nichts Neues einbringt …
Und was bringt es einem nun für die eigene Schreibe, das genau zu wissen? Momentan wenig, denn ich habe (*grummel*) keine Zeit. Es schreibt sich nicht.

Pizza mit Honig

Gestern lief im BR »John Irving und wie er die Welt sieht« (BR). Ein paar Einblicke in seine Arbeit hat der Garp-Autor gegeben, allerdings meint er: »Die Leute würden einschlafen, wenn sie einem Schriftsteller bei der Arbeit zuschauen würden.«
Autoren müssten das Publikum emotional wie psychologisch beeinflussen, wie Shakespeare oder Dickens.

Kräne Bauma 2013Interessant am Arbeitsprozess, wie Irving ihn zeigte war auch das von hinten nach vorne planen. So wie angeblich auch Margret Mitchell »Vom Winde verweht« entworfen hat: Vom letzten Kapitel ausgehend weiß man so im voraus, wo man die Charaktere demnächst hinhaben möchte.
Auch wenn Irving kurz das Wort »Architekt« in den Mund nahm, verwendet er dann doch eher »Straßenplan« als Metapher für das Exposé.
Das ist mir entschieden lieber, denn man muss nicht vorab jeden Grashalm am Straßenrand beschreiben und kann mittendrin auch einfach mal quer über den Acker brettern. Solange man das Ziel nicht aus den Augen verliert.

Wie kommt nun der Honig in die Pizza, oder genauer, den Pizzateig?
In der Doku wurden u.a. Leute gezeigt, die der Autor in der Vergangenheit als Vorlage für Romanfiguren dienten. Die Leute in einer Restaurant-Küche, die Irving beobachtet hatte, fanden sich im Roman wieder. Sie übernahmen umgekehrt die Idee des Autors, Honig an den Pizzateig zu geben.
Und ist es nicht das, was ein Schriftsteller gerne hätte? Die Realität ein Klitzekleinbischen verändern … 🙂

Der letzte Sonnentag …

Baum Germering… des Jahres war das. Und nein, das war nicht heute. Montag und Dienstag, beruflich auf einer Konferenz in Germering, ging es in der Pause noch mal im T-Shirt raus. Da entstand das Foto vom Baum, der nur an den Spitzen noch Blätter hält. Das war es wohl für dieses Jahr mit Wetter 🙂

In den letzten Tagen habe ich bei einem Autoren-Treffen eine weitere Geschichte aus meinem neuen Roman-Universum geschrieben und eine andere vorgelesen. Das war ein Test, denn Anfang November ist wieder Lesung vor großem Publikum.

Dann war da noch Muesumsnacht – habe mir unter anderem den Raumfahrt-Teil im Deutschen Museum gegeben. Sonnensystem, Raketen, Spacelab … Und im Erdgeschoss, bei den Fliegern wird ordentlich gefeiert. Kleiner Tipp, für nächstes Jahr … 😉

Story- und Stil-Fragen

Gestern Abend Anfang der neuen SF-Story vorgestellt. Kam gut an. Gutes Feedback bekommen. Kleinigkeiten zu verbessern. Alle auf Fortsetzung gespannt.

Story- und Stil-FragenSoweit zur Zusammenfassung eines Treffens am gestrigen Abend. Ich bin ja selbst gespannt, wie ich das vielversprechende Setting umsetzen werde.
Nun aber zu einem Aha-Erlebnis, das sich im Anschluß noch ergab: Die Zusammenfassung, die ich oben gegeben habe, besteht aus nicht-vollständigen Sätzen, also Ellipsen, die ihrerseits zur Gruppe der Satzfiguren gehören.
Würde ich ständig so schreiben, alle Texte und Romane, könnte man mir diesen Stil zuschreiben, ja sogar vom Stiftland-Stil sprechen. Mache ich aber nicht! Jedenfalls finden sich Stilistischen Figuren selten bis gar nicht in den vielen Ratgebern für Schreibende.

Gerade für den literarischen Bereich von T. Mann bis G.G. Marquez oder E. Hemingway bis R.Schneider bekommt man praktisch nie Schreibtipps. Im Gegenteil, deren Schreibe würde oft genug den Ratschlägen zum Opfer fallen, Stichwort: kürzen!
Dabei haben schon die alten Griechen die Schreibstile unterschieden, was dann später rein auf die Zielgruppe reduziert wurde.
Schreibratgebern sollte man so oder so nicht immer alles glauben. Sonst findet man nie den eigenen Stil.