Akron (Ohio) ist den Zeppelin-Fans nicht unbekannt. Dort steht noch eine perfekt abgerundete Luftschiffhalle aus der Zeit der großen Zeppeline.
Dort plant LTA Research die Zukunft der Leichter-als-Luft-Technik. Wie so viele andere fasziniert auch hier der Gedanke des emissionsfreien Schwebens über Gebieten, die selbst per Auto nicht (mehr) erreichbar sind. Gebaut ist noch nichts und sehr konkret wird die Site nicht. Mal sehen, wie hoch der Newcomer steigt. https://www.ltaresearch.com/
Liest man Texte im Original, kann sich praktisch nichts daran verändern, außer einfachen sprachlichen Anpassungen an die Moderne. Liest man Übersetzungen der Texte, können die sich von Ausgabe zu Ausgabe ändern. Bei Tim und Struppi ist beides möglich, denn der Autor Hergé hat seine Werke ständig überarbeitet.
Ischia – 2013 von „File Upload Bot (Magnus Manske)“
Gleich zu Anfang des Abenteuers »Die Zigarren des Pharaos« (Les cigares du Pharaon) steht Tim an der Reling eines Kreuzfahrtschiffes. Er spricht vom weiteren Reiseweg und dazu gibt es ein Panel (1C3) mit dem passenden Ausschnitt einer Weltkarte.
Eine Karte gibt es in der schwarz-weißen Originalversion vom Dezember 1932 nicht. Tim spricht von Suez, Aden, Bombay, Colombo, Singapur, Hongkong und Shanghai. Das stimmt mit der farbig umgearbeiteten ersten französischen Album-Version von 1955 überein und die Karte dort zeigt genau diesen Reise-Abschnitt, also vor allem Asien, wobei die Route per Pfeil eingezeichnet wurde.
Natürlich finden wir denselben Text in der Fassung von Mitte 1976, die im Magazin TINTIN abgedruckt worden war. Nur die Karte zeigt nun das Mittelmeer und die Pfeile gehen nach Tanger und von dort über Algier, Tunis, Tripolis, Port Said, Istanbul, Piräus/Athen, Neapel, Marseille bis es über Gibraltar wieder hinaus geht. Nanu? Das passt nicht zusammen.
In der ersten deutschen Album-Fassung (1972/85) findet sich die Mittelmeer-Karte und Tim erzählt uns von der dazu passenden Route über Port Said, Istanbul, Piräus usw. Auch die Engländer (1973-95) konnten genau das lesen und sehen. In der Carlsen Werksausgabe von 1999 sowie der Farb-Faksimile-Edition wechselt das Ganze zurück zur Asien-Karte und Tim plaudert wie selbstverständlich wieder von Aden, Bombay, Singapur usw. Wenn die Texter nicht mitmachen würden, gäbe es ein schönes Durcheinander, dass der Künstler uns Lesern da beschert hat.
Wer nun den in der Überschrift genannten Weg von Zigarren zur Alpha-Kunst gehen will, hat den Hinweis vermutlich schon gefunden. Ansonsten bitte die Szene nochmal genauer anschauen. Den Rettungsring mit dem Schiffsnamen gibt es erst seit 1955: »Epomeo«. In der deutschen Albumfassung (und auch der englischen) wurde das Schiff in »Isis« umbenannt. Die ägyptische Gottheit passt zwar zu Pyramiden und Pharao Kih-Oskh. Doch diese Änderung unterschlägt die Liebe Hergés zur Insel Ischia und die ist der Schlüssel.
Ischia ist die größte Insel im Golf von Neapel (Italien) und die schöne Stadt liegt nicht umsonst auf Tims Mittelmeer-Reiseroute! Die höchste Erhebung der Insel ist der Monte Epomeo mit 789m. Und wohin reisen Tim und Struppi im unvollendeten »Tim und die Alpha-Kunst«? Nach Ischia. Da haben wir es: Epomeo – Von Zigarren zur Alpha-Kunst!
[ Bild: Ischia vom Epomeo Gipfel https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ischia_view_from_Epomeo_peak_(3858885514).jpg ] Spätere Ergänzung: Anmerkung zur Farb-Faksimile-Edition, in der gar kein Schiffname mehr steht!?
Ist es ein UFO oder eine Designer-Jahre-Lampe? Wie ein überdimensionaler Quallenkörper (wie einst beim TNG-Pilotfilm „Mission Farpoint“) hinge dieser Luftschiff-Entwurf von AEROSMENA im Himmel.
Eine ungewöhnliche Form, die sich kaum für Luftschiff-Hallen eignen wird, aber hier gilt wie für alle Schiffe: Sie sind für die Fahrt gemacht, nicht zum rumliegen. Geplant ab 2024, allerdings erst einmal in einer 20 Tonnen-Version. Dennoch kommt Reiselust auf! Mehr: https://interestingengineering.com/ufo-russian-cargo-airship
Wenn ein Tim und Struppi-Fan schon nach Brüssel reist, kann er seit Juni 2021 standesgemäß im Hotel AMIGO wohnen.
Dort entstand in Zusammenarbeit mit Moulinsart und dem Hergé-Museum eine Tintin Signature Suite. Es gibt allerlei Hotelzimmer mit kreativer Dekoration, aber nur hier gibt es u.a. Bettwäsche, Artwork, Comics, Malbücher. Und Struppi bewacht den Raum. Mehr: https://www.roccofortehotels.com/de/hotels-and-resorts/…
Ganz zum Schluss publizierte James White ein Buch nach dem anderen. Der wirklich letzte Band des SECTOR GENERAL Zyklus erschien im Jahr seines Todes 1999. Neue Storystrukturen vom Autor und neue Einsichten über altbekannte Charaktere. Das Buch gibts nur im Original – keine Übersetzung erhältlich.
Los geht es in einer völlig fremden Welt und einem Pärchen, das ins All aufbricht um eine neue Welt für ihre Spezies zu suchen. Dann gehts los mit der Haupthandlung, diesmal aus Perspektive von Doktor Prilicla als Chefarzt an Bord der Rhabwar. Man kennt ihn seit Band 2 und neben O’Mara, Murchison und Conway ist er die Viertwichtigste Figur. Ausgerechnet das zerbrechliche Insekt erweist sich als tolle Wahl, neue Einsichten über ihn zu gewinnen.
Ein Notfall führt zum Nächsten. Ein Rettungsschiff wird durch die aktive Verteidigung eines Alien-Schiffes außer Gefecht gesetzt und stürzt ab. Der Planet wird von spinnenähnlichen Wesen bewohnt, die noch mit Pfeil und Bogen unterwegs sind. Natürlich geht es nicht darum, was die den Helfern tun, sondern was die Helfer ihnen und ihrer Kultur antun.
Außerdem ist da noch die spannende Untersuchung des Alien-Schiffes. Prilicla muss sich mehrfach durchsetzen. In der Mitte des Romans wird sogar Murchison für einige Kapitel zur Perspektivfigur. So als hätte der Autor gewusst, dass es höchste Zeit ist, es seinen Hauptfiguren zu gönnen. Nicht perfekt aber dennoch Top-Hospital-Unterhaltung.
Helfer konsequent ohne Waffen. Lies das!
Nach seltsam »Trügerischen Welten« unterzieht sich Valerian auf der »Insel der Kinder« diversen Prüfungen um die Zukunft des Planeten Simian zu sichern. Ganz interessant das unterschiedliche Vorgehen der Mitstreiter zu verfolgen. Dass es für Valerian nur gut ausgehen kann, ist etwas vorhersehbar aber unterhaltsam.
Direkt im Anschluss geht es mal wieder weniger durch den Raum als durch die Zeit um »Das Monster in der Metro« dort zu entfernen, wo es nicht hingehört. Genaugenommen sind wir in den 1980er Jahren, in denen sich das Agentenduo auch künftig sehr wohl fühlen wird. Tatsächlich aber sind die beiden durch Raum und Zeit getrennt.
Valerian ballert auf diverse Monster in der Pariser Metro und in Sümpfen auf dem Land, unterstützt durch einen Verbindungsmann. Veronique dagegen kreist irgendwo in der Zukunft durchs All, trifft wie gewöhnlich seltsamste Wesen und ermittelt, woher die Monster kommen.
Das große Problem: Das Abenteuer ist ein Zweiteiler und die Fortsetzung »Endstation Brooklyn« hält das Niveau nicht ganz so hoch. Dennoch ordentlich und auf weit höherem Niveau als alles was da noch kommen sollte. Also genießen, statt murren und schon mal darauf vorbereitet sein, dass es so schön nie wieder sein wird.
Heyne hat diesen Band nicht mehr übersetzt und herausgebracht. Das neue Jahrtausend musste hierzulande ohne Neues vom Orbit Hospital auskommen. Doch der Autor war noch sehr aktiv gewesen in den wenigen Monaten zwischen Band 10 und seinem Tod. So kam 1998 dann MIND CHANGER – und was soll man sagen? Ein Knaller, wenn …
O’Mara ist nun lange genug am Hospital und wird aufgefordert seinen Nachfolger zu bestimmen! Auch den Rang des Majors, den er über das Monitor-Korps erhalten hat, wird ihm genommen. Genug Gelegenheit, über die Vergangenheit nachzudenken. Und die hat es in sich!
Schon klar, dass dies eine O’Mara Geschichte ist und die RHABWAR spielt hier ausnahmsweise mal keine Rolle. Es ist viel los im SECTOR GENERAL und eine von mehreren verrückten Anekdoten dreht sich um O’Maras Urlaub vor zig Jahren.
Einige Kandidaten treten in Wettbewerb, um O’Mara Job zu übernehmen. Merkwürdige Vorgänge, durch den ein immer größerer Bereich des Hospitals unter Quarantäne gestellt werden muss, gilt es aufzuklären.
Anwärter auf den besten Band der Reihe, wenn die Nachfolgersuche denn ein wenig gekürzt worden wäre.
Nach ihrem Besuch auf Alflolol hatten die Raum-Zeit-Agenten noch eine Begegnung mit den „Vögeln des Tyrannen“, was zwar für einige metaphysische Diskussionen taugte, aber insgesamt doch zu abgehoben war um spannend zu sein.
Mit dem siebten albumlangen Abenteuer „Botschafter der Schatten“, wird es vor allem schrägbunt.
Der irdische Botschafter hat vor im Weltall so richtig aufzuräumen und dazu den Rat von CENTRAL CITY (eine Art UNO-Vollversammlung der Galaxis) zu übernehmen. Direkt nach seiner Ankunft dort wird er jedoch entführt und Valerian gelingt es gerade noch, ihnen auf der Spur zu bleiben.
Den Hauptteil der Geschichte bestreitet Veronique alleine auf der Suche nach den beiden. Mit dabei ist der alle Substanzen vervielfältigende Grunztiermutatur von Bluxte und die allwissenden, alles Wissen verkaufenden Shinguz. Mit beidem kommt man einigermaßen unbeschadet durch diese riesige Welt und später noch durch viele weitere.
Man kann einwenden, dass die Geschichte ohne Veroniques Suche doch genauso geendet hätte. In diesem Fall ist der Weg das Ziel und noch ist die Serie auf einem richtig guten Weg.
Also: Daumen hoch!